Medizinische Rehabilitation bei MS
Die medizinische Rehabilitation ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie und Langzeitversorgung bei Multipler Sklerose. In spezialisierten Reha-Einrichtungen kann gezielt auf medizinische und therapeutische Bedürfnisse eingegangen werden. Eine Rehabilitation ist sowohl stationär als auch ambulant möglich.
Wofür ist eine medizinische Rehabilitation?
In der medizinischen Rehabilitation werden Menschen mit MS von einem multiprofessionellen Team begleitet. Dazu zählen Ärztinnen und Ärzte sowie Fachkräfte aus Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Neuropsychologie.
Ziel der Rehabilitation ist es, nach dem Reha-Aufenthalt eine möglichst selbständige Lebensführung zu erhalten oder wiederzuerlangen. Behinderungsbedingte Pensionierungen und Pflegebedürftigkeit sollen vermieden oder zumindest hinausgezögert werden.
Während der Rehabilitation stehen Bewegung, Training und gezielte Therapie im Mittelpunkt. Ausdauer- und Krafttraining fördern Mobilität und Beweglichkeit.
- In der Physiotherapie werden sensorische und motorische Grundfähigkeiten gestärkt, außerdem können Symptome wie Spastik, eingeschränkte Mobilität oder Fatigue gezielt behandelt werden.
- In der Ergotherapie werden unter anderem ein individuelles Energie- und Fatiguemanagement sowie Strategien im Umgang mit kognitiven Einschränkungen oder erhöhtem Muskeltonus erarbeitet.
- Die Logopädie unterstützt bei Problemen mit Sprache, Sprechen, Schreiben und Schlucken. Zusätzlich wird häufig ein persönliches Übungsprogramm für zu Hause erstellt.
Reha ergänzt die MS-Therapie
Eine medizinische Rehabilitation ersetzt keine medikamentöse MS-Therapie. Sie ergänzt die laufende Behandlung und kann helfen, vorhandene Fähigkeiten zu erhalten, Symptome besser zu bewältigen und den Alltag mit MS zu erleichtern.
Der richtige Zeitpunkt für eine Reha
Eine Rehabilitation kann in unterschiedlichen Phasen der MS sinnvoll sein, zum Beispiel nach einem Schub, bei zunehmenden Symptomen oder wenn der Alltag schwerer zu bewältigen wird. Besprechen Sie den optimalen Zeitpunkt frühzeitig mit Ihrer Neurologin oder Ihrem Neurologen.
Wie kann ich eine medizinische Reha bekommen?
Eine medizinische Rehabilitation wird nur auf Antrag bewilligt. Der Antrag wird gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt bei der zuständigen Pensionsversicherung gestellt. Empfohlen wird eine Antragstellung durch eine Fachärztin oder einen Facharzt für Neurologie.
Im Antrag wird die medizinische Notwendigkeit der Rehabilitation begründet. Es kann auch eine bestimmte Rehabilitationseinrichtung vorgeschlagen werden. Die Entscheidung über Bewilligung und Ort der Reha trifft die ärztliche Leitung der zuständigen Pensionsversicherung.
Hinweise zum Reha-Aufenthalt
Je nach Einkommen kann ein Selbstbehalt anfallen. Die aktuellen Kostenbeiträge sind auf den Websites der Pensionsversicherung einsehbar.
Bei Bezug von Pflegegeld ruht dieses ab dem 2. Tag des Reha-Aufenthalts.
Unter bestimmten Voraussetzungen (Einkommensgrenzen) können Fahrt- oder Transportkosten von der Pensionsversicherung übernommen werden. Genauere Informationen erhalten Sie bei Ihrer Sozialversicherung.
Mein Reha-Antrag wurde abgelehnt, was kann ich tun?
Es besteht kein Rechtsanspruch auf medizinische Rehabilitation, da es sich um eine freiwillige Leistung der Pensionsversicherung handelt. Nach einer Ablehnung muss in der Regel 1 Jahr bis zu einem neuen Antrag abgewartet werden.
Bei einer gesundheitlichen Verschlechterung, zum Beispiel durch einen Schub, kann auch früher erneut ein Antrag gestellt werden.
In manchen Fällen werden abgelehnte Anträge nach erneuter Prüfung doch noch bewilligt.
Unterstützung bei Ablehnung
Bei einer Ablehnung können Sie sich an die Volksanwaltschaft enden. Dort erhalten Sie kostenlose Unterstützung, zum Beispiel bei der Formulierung einer Stellungnahme.
Welche Reha-Zentren in Österreich sind auf MS spezialisiert?
Der Österreichische Rehakompass bietet eine Übersicht über alle Reha-Einrichtungen in Österreich.