MS im Berufsleben
Eine MS-Diagnose wirft im Arbeitsalltag viele Fragen auf – besonders dann, wenn man bereits berufstätig ist oder sich neu bewirbt. Eine der häufigsten Unsicherheiten betrifft den Umgang mit der Erkrankung am Arbeitsplatz.
Muss ich meine MS am Arbeitsplatz mitteilen?
Grundsätzlich besteht keine Pflicht, die Unternehmensleitung über eine MS-Erkrankung zu informieren. Dies gilt sowohl für bestehende Arbeitsverhältnisse als auch bei einer Bewerbung.
Ausnahmen gibt es nur dann, wenn durch die Erkrankung ein erhöhtes Unfallrisiko für Sie selbst oder andere entstehen könnte. In solchen Fällen besteht eine Mitteilungspflicht.
Typische Beispiele sind Berufe:
- mit hoher Verantwortung für die Sicherheit anderer
- bei denen Konzentration, Reaktionsfähigkeit oder Gleichgewicht dauerhaft entscheidend sind
Dazu zählen etwa Pilot*innen, Berufsfahrer*innen oder Dachdecker*innen.
Ihre Entscheidung zählt
Ob und wann Sie über Ihre MS sprechen, ist eine sehr persönliche Entscheidung. Nehmen Sie sich Zeit und wägen Sie Vor- und Nachteile sorgfältig ab.
Soll ich meine Erkrankung mitteilen?
Diese Entscheidung hängt von mehreren Faktoren ab, zum Beispiel:
- Sind Sie auf Jobsuche oder bereits langfristig im Unternehmen tätig?
- Gibt es sichtbare Einschränkungen oder nicht?
- Wie geht Ihr Arbeitgeber grundsätzlich mit erkrankten Mitarbeiter*innen um?
- Wie belastend ist es für Sie persönlich, Ihre Erkrankung zu verbergen?
Eine Offenlegung kann entlastend sein, sie kann aber auch Nachteile mit sich bringen. Eine individuelle Beratung – etwa durch eine Sozialberatung – kann bei dieser Entscheidung sehr hilfreich sein.
Benachteiligung oder Kündigung
Fühlen Sie sich aufgrund Ihrer Erkrankung benachteiligt, diskriminiert oder ungerecht gekündigt, können Sie sich an die Arbeiterkammer wenden.
Warum MS kein Nachteil für Arbeitgeber*innen ist
Viele Vorurteile gegenüber MS halten einer sachlichen Betrachtung nicht stand:
- Menschen mit MS sind im Durchschnitt nicht häufiger im Krankenstand
- Einsatzbereitschaft, Qualifikation und Erfahrung bleiben erhalten
- MS führt nicht zwangsläufig zu körperlichen Einschränkungen
- Moderne Therapien ermöglichen eine gute Kontrolle von Schüben und Symptomen