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Prognoseeinschätzung

Eine der am häufigsten gestellten Fragen bei der Erstdiagnose lautet: Wie wird sich meine MS entwickeln?

Die Antwort ist komplex, denn den Verlauf im Einzelfall kann man nicht sicher vorhersagen. Es gibt jedoch einige Prognosefaktoren, die Hinweise auf einen eher günstigen oder ungünstigen Verlauf geben können. 

Welche Faktoren gelten als günstig?

  • Niedrige Anzahl von Entzündungsherden im MRT
  • Seltene Schübe
  • Langes Intervall zwischen erstem und zweitem Schub
  • Rein sensible Schübe (z. B. Kribbeln oder Taubheitsgefühle ohne Lähmungen)

Welche Faktoren gelten als ungünstig?

  • Frühe Schübe mit motorischen Defiziten (z. B. Lähmungen)
  • Schübe, die sich nicht vollständig zurückbilden
  • Entzündungsherde im Hirnstamm oder Rückenmark

In welchem Alter und bei wem tritt MS auf? 

MS betrifft vor allem junge Erwachsene zwischen 20 und 40 Jahren, besonders Frauen.

Gerade weil die Erkrankung häufig in dieser Lebensphase beginnt, müssen sensible Themen wie Verhütung, Familienplanung, Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit frühzeitig und offen besprochen werden.

MS und Schwangerschaft 

Insgesamt hat eine Schwangerschaft keine negativen Auswirkungen auf den langfristigen Verlauf.

Während der Schwangerschaft sinkt die Schubrate meist aufgrund hormoneller Veränderungen. In den ersten 3–6 Monaten nach der Geburt kann sie jedoch wieder ansteigen. 

MS bei Kindern 

MS kann auch bei Kindern auftreten. Hier sind Schübe oft häufiger, und die Therapie muss altersgerecht angepasst werden. Spezielle Zentren bieten hierfür eine umfassende Betreuung. 

MS bei älteren Menschen 

MS kann erstmals auch nach dem 40. Lebensjahr auftreten. Die Diagnose erfordert besondere Sorgfalt, da andere neurologische Ursachen häufiger sind. 

MS ist kein Grund, auf die Gründung einer Familie zu verzichten.