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Kinder von Menschen mit MS

Viele Eltern mit MS sorgen sich um das Wohl ihrer Kinder. Gleichzeitig machen sich auch Kinder Gedanken um ihre Eltern – emotional und manchmal auch in medizinischer Hinsicht. Diese gegenseitige Aufmerksamkeit zeigt, wie eng Familien miteinander verbunden sind. 

Was bedeutet MS für den Familienalltag? 

Wenn ein Elternteil an MS erkrankt, verändert sich oft der Alltag der ganzen Familie. Kinder merken, dass ihre Eltern schneller erschöpft sind, gereizt oder weniger belastbar. Diese Veränderungen können verunsichern, besonders wenn ein Schub auftritt oder ein Krankenhausaufenthalt notwendig ist. 

Kinder bemerken Veränderungen 

Auch wenn sie ihre Beobachtungen nicht immer ausdrücken können, spüren Kinder deutlich, dass etwas anders ist. 

Ist MS vererbbar?

MS ist keine klassische Erbkrankheit. Kinder von Menschen mit MS haben ein leicht erhöhtes Risiko, selbst zu erkranken. Insgesamt bleibt das Risiko jedoch gering. 

Was hilft Kindern in dieser Situation? 

Kinder brauchen ehrliche, altersgerechte Informationen. Dazu gehört zum Beispiel: 

  • Was ist MS und wie verläuft sie? 
  • Wer behandelt die Eltern (Ärzt*innen, Therapeut*innen)? 
  • Welche Medikamente gibt es und wie wirken sie? 
  • Wird es wieder besser oder schlechter? 

Jugendliche interessieren sich zusätzlich für: 

  • Fragen zur Vererbung 
  • Wie sie ihre Eltern aktiv unterstützen können 

Klare Antworten geben Sicherheit und helfen, Ängste zu reduzieren. 

Warum ist offene Kommunikation wichtig? 

Ein offener Umgang mit MS kann: 

  • Ängste und Unsicherheit verringern 
  • Schuldgefühle reduzieren 
  • Selbstvertrauen stärken 
  • die emotionale Bindung innerhalb der Familie fördern 
  • das Verständnis für den Gesundheitszustand des Elternteils erhöhen 

Offenheit schafft Vertrauen und erleichtert es Kindern, über ihre eigenen Gefühle zu sprechen. 

Wie spreche ich mit meinen Kindern über MS? 

Kinder spüren oft früh, wenn etwas nicht stimmt. Deshalb ist es wichtig, ehrlich und altersgerecht zu erklären, was MS bedeutet. 

  • Kinder sollten jederzeit Fragen stellen dürfen. 
  • Ihre Sorgen und Gefühle sollten ernst genommen werden. 
  • Offene Kommunikation hilft, Unsicherheiten zu vermeiden. 

Beratung durch Fachpersonen kann zusätzlich entlasten, insbesondere wenn Kinder oder Jugendliche überfordert wirken. 

Psychotherapeutische Unterstützung 

Psychotherapie kann sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Eltern eine wertvolle Unterstützung sein, besonders bei Sorgen, Ängsten oder Überforderung.

Wenn Kinder Verantwortung übernehmen 

Manche Kinder übernehmen früh zusätzliche Aufgaben, zum Beispiel: 

  • Haushalt oder Einkäufe 
  • Betreuung von Geschwistern 
  • Unterstützung im Alltag 

Diese Kinder werden als Young Carers bezeichnet. Ihre Rolle ist oft herausfordernd, weil sie im Hintergrund passiert und wenig sichtbar ist.

Unterstützung und Informationen gibt es zum Beispiel bei Young Carers Austria.