Tarifänderung bei den Wiener Linien: Jahreskarte Spezial für Menschen mit Behinderungen
Am 1. Jänner 2026 führen die Wiener Linien die neue Jahreskarte Spezial für Menschen mit Behinderungen ein. Damit können erstmals Personen mit einem Behinderungsgrad von mindestens 70 % sowie bestimmten weiteren Anspruchsgruppen (z. B. Inhaber*innen eines Schwerkriegsbeschädigtenausweises) ein vergünstigtes Jahresticket um EUR 300,00 pro Jahr/ Einmalzahlung und EUR 315,00 pro Jahr/ Einmalzahlung erwerben.
Das ist zweifellos ein wichtiger Schritt in Richtung mehr sozialer Gerechtigkeit und Barrierefreiheit im öffentlichen Verkehr. Allerdings droht eine neue Hürde im Zugang zu günstigen Tickets:
- Menschen mit einem Grad der Behinderung unter 70 % sind in ihrem Alltag häufig genauso stark auf leistbare Mobilität angewiesen wie Personen mit einem höheren Behinderungsgrad.
- Öffentliche Verkehrsmittel sind für viele die einzige Möglichkeit, selbstbestimmt am sozialen Leben teilzunehmen, Arzttermine wahrzunehmen oder den Arbeitsplatz zu erreichen.
- Die finanzielle Belastung durch chronische Erkrankungen oder Behinderungen ist oft schon bei einem niedrigeren Grad hoch. Mobilität darf hier nicht zusätzlich zur Barriere werden.
Besonders problematisch wird das auch deshalb, weil ab 1. Jänner 2026 die reguläre Jahreskarte von derzeit EUR 365,00 auf EUR 467,00 (Einmalzahlung) bzw. EUR 506,40 (monatliche Abbuchung) wird angehoben. Die Differenz zwischen Normalpreis und Spezialtarif wird damit noch größer – und die Ungerechtigkeit deutlicher.
Mobilität ist ein Grundrecht. Wer aufgrund einer Behinderung auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, darf nicht durch hohe Preise ausgeschlossen werden.
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https://www.wienerlinien.at/news/neue-tarifstruktur-ab-1-januar-2026
Fotocredits © Alexandra Gritsevskaja / Wiener Linien