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Symbolische Darstellung von Frauengesundheit

PRAEVENIRE Vorreiter Event

Frauengesundheit im Fokus

Am 10. November 2025 lud das PRAEVENIRE Vorreiter Event Frauengesundheit im Albert-Schweitzer-Haus zum Austausch über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in der Frauengesundheit ein.

Frauengesundheit: Fundament für eine faire Gesundheitspolitik

Frauen in Österreich leben zwar länger als Männer, doch ein großer Teil dieser Lebensjahre ist von gesundheitlichen Einschränkungen geprägt. Psychische Belastungen, chronische Erkrankungen und alltägliche Herausforderungen treffen Frauen besonders stark. Daher ist es entscheidend, die Gesundheitsversorgung geschlechtersensibel und an den spezifischen Bedürfnissen von Frauen ausgerichtet zu gestalten.

Keynote: Multiple Sklerose und Frauen

Als Referentin sprach auch unsere Präsidentin, Univ.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Barbara Kornek, über aktuelle Entwicklungen zur MS, die Frauen deutlich häufiger trifft als Männer. Während um 1990 das Verhältnis noch bei 3:1 lag, entfallen heute bereits mehr als 3,2 MS-Diagnosen bei Frauen auf eine bei Männern. Die Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt, dürften jedoch vor allem immunologische Faktoren betreffen.

Dr. Kornek betonte, dass das Immunsystem von Frauen anders – gewissermaßen „sorgsamer“ – reagiert: Frauen sterben seltener an Infektionskrankheiten, entwickeln dafür aber häufiger Autoimmunerkrankungen wie MS. Dadurch erkranken sie im Schnitt früher, weisen jedoch oft ein langsameres Fortschreiten der Erkrankung auf als Männer.

Frühzeitige Therapieentscheidungen entscheidend

Trotz früher Diagnosen dauert es bei Frauen häufig länger, bis sie Zugang zu hochwirksamen Therapien erhalten – ein Punkt, der laut Dr. Kornek dringend verbessert werden muss. Die gute Nachricht lautet jedoch: „Ein Großteil der Menschen, bei denen heute eine Multiple Sklerose diagnostiziert wird, kann langfristig ein unbehindertes Leben führen.“

Der Beitrag von Dr. Kornek setzte damit ein wichtiges Signal für geschlechtersensible Versorgung und unterstrich die Bedeutung frühzeitiger, wirksamer Therapieentscheidungen.

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