Lumbalpunktion
Bei einer Lumbalpunktion wird mit einer feinen Nadel in der Lendenregion (oberhalb des Kreuzbeins) der Wirbelkanal punktiert. Dabei wird etwas Nervenwasser, der sogenannte Liquor, entnommen. Diese Flüssigkeit umspült das Gehirn und das Rückenmark und enthält wichtige Hinweise auf Entzündungen im zentralen Nervensystem.
Was zeigt das Nervenwasser?
Bei chronischen Entzündungen entstehen spezielle Eiweißstoffe, die sich im Liquor nachweisen lassen.
Dazu gibt es zwei Methoden:
- Oligoklonale Banden
- Freie Kappa-Leichtketten
Beide Veränderungen lassen sich bei mehr als 90 Prozent der Menschen mit MS nachweisen und unterstützen die Diagnose erheblich.
In Kombination mit einer MRT-Untersuchung, die Entzündungsherde im Gehirn und Rückenmark zeigt, ist der Nachweis dieser Veränderungen im Liquor besonders aussagekräftig. So lässt sich die Diagnose weiter absichern.
Was gibt es zu beachten?
Oligoklonale Banden und freie Kappa-Leichtketten kommen nicht nur bei MS vor.
Sie können auch bei anderen chronischen Erkrankungen des zentralen Nervensystems auftreten.
Diese Krankheiten zeigen jedoch meist andere Symptome und andere Veränderungen in der MRT, sodass sich MS abgrenzen lässt.
Weitere Untersuchungen am Sehnerv?
Der Sehnerv gehört ebenfalls zum zentralen Nervensystem und ist häufig erste „Schauplatz“ der MS. Eine Entzündung des Sehnerven (Optikusneuritis oder Retrobulbärneuritis) kann oft erstes Symptom der Erkrankung sein.
Neben der MRT gibt es zwei Methoden zur Untersuchung des Sehnervs (> Untersuchung des Sehnervs)
- Visuell evozierten Potentiale (VEP)
- Optische Kohärenztomographie (OCT)
Diese Tests helfen, Veränderungen am Sehnerven frühzeitig zu erkennen.