Ausbildungsphase
Multiple Sklerose wird häufig zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr diagnostiziert, manchmal aber auch früher. Viele stehen zu diesem Zeitpunkt mitten in einer Ausbildung oder in einem Studium.
Eine MS-Diagnose kann in dieser Lebensphase verunsichern. Gleichzeitig gibt es heute viele Möglichkeiten, Ausbildung und Beruf so zu gestalten, dass sie gut zur eigenen Situation passen.
Was sollte ich bedenken?
Wird MS bereits vor der Berufswahl festgestellt, kann das ein Vorteil sein. So lässt sich frühzeitig überlegen, welche Tätigkeiten langfristig gut machbar sind.
Unabhängig vom Zeitpunkt der Diagnose ist es sinnvoll, den eigenen Krankheitsverlauf und die persönliche Symptomatik in die Planung einzubeziehen. Auch wenn man sich nach einem 1. Schub wieder vollständig gesund fühlt, ist nicht vorhersehbar, wie sich die MS in den kommenden Jahren entwickeln wird.
Da MS bei jeder Person unterschiedlich verläuft, ist es hilfreich, schon früh zu bedenken, dass bestimmte Symptome im Berufsalltag in Zukunft belastend sein können. Im besten Fall bleibt alles stabil. Dennoch kann vorausschauende Planung Sicherheit geben.
Früh beraten lassen
Eine frühe Beratung kann helfen, langfristige Entscheidungen gut abzusichern. Sie ersetzt keine medizinische Beratung, bietet aber wichtige Orientierung für Ausbildung und Beruf.
Berufliche Planung mit MS
Eine MS-Diagnose schließt Ausbildung, Studium oder berufliche Entwicklung nicht aus.
Wichtig ist, realistisch zu planen, auf den eigenen Körper zu achten und sich frühzeitig über Unterstützungsangebote zu informieren.
Berufswahl und Arbeitsbedingungen
Nicht jeder Beruf ist für jede Person mit MS gleich gut geeignet. Je nach Verlauf und Symptomen können bestimmte Arbeitsbedingungen schwieriger sein. Dazu zählen vor allem Tätigkeiten mit hoher körperlicher Belastung, wenig Erholungsmöglichkeiten oder starkem Zeitdruck.
Problematisch können je nach Beruf bestimmte Arbeitsbedingungen sein.
Dazu gehören:
- langes Stehen oder Gehen
- sehr stressige Arbeitsbedingungen oder viele Überstunden
- Schichtarbeit
- Tätigkeiten, die dauerhaft eine sehr gute Feinmotorik erfordern
- Berufe, bei denen Gleichgewicht und Koordination besonders wichtig sind
- Arbeiten bei hoher Umgebungstemperatur
Wo finde ich Beratung und Unterstützung?
Niemand muss diese Entscheidungen allein treffen. Es gibt zahlreiche kostenlose Beratungsstellen, die bei Bildungs- und Berufsfragen unterstützen.
Allgemeine Bildungs- und Berufsberatung:
- abz*austria Arbeitsmarktservice (AMS)
- bfi Wien – Bildungs- und Berufsberatung
- Wiener Volkshochschulen
Beratung für Menschen mit chronischer Erkrankung oder Behinderung:
- NEBA – Netzwerk Berufliche Assistenz
- biv – Akademie für integrative Bildung
- FEM Süd – Frauenassistenz für Mädchen und Frauen
- WUK – Beratung & Bildung
Diese Stellen unterstützen bei der Berufsorientierung, bei Fragen zur Ausbildung oder beim Übergang in den Beruf und informieren über mögliche Förderungen.